Über den Autor

Im Telegrammstil:

Dorfschullehrer in Niedersachsen von 1985 – 2003 und von 2003 bis heute in Caputh bei Potsdam, seit 2017 als Sonderpädagoge tätig

Ausbildung zum Hörtherapeuten nach den Grundlagen von A. Tomatis in Belgien und Bremen; eigene Praxis im „Haus der Klänge“  von 2005  – 2015

Heilpraktiker für Psychotherapie seit 2007

Studium 1980 – 1986 in Bielefeld, Herford (Kirchenmusik) und Bremen (Akademie für Alte Musik)

C-Organist an der Stiftskirche Cappel bis 1985

Mitarbeit im Bestattungsunternehmen meines Großvaters

Hauptamtlicher Musikschullehrer an der KMS Uelzen 1979

Zivildienst/ Krankenpflegehelfer auf einer chirurgischen Station 1976 – 1979

Früheste Berufswünsche: Pastor, Organist, Dirigent, Bademeister auf Baltrum, Zauberer, Lokomotivführer, Erfinder …

Geboren und geborgen in Lippstadt in Westfalen als Zweiter von vier Kindern und Eltern, die 74 Jahre lang füreinander da waren …

 

Gruppen, Ensembles und einige unvergessliche Highlights:

Posaunenchor und Kantorei Lippstadt (1969 – 1979)

Westfälische Kantorei und Motettenchor Bielefeld (bis 1985)

„Rübezahl“ (Jazz-Rock, 1973 – 1978)

Universitätsorchester Bremen

Ensemble „Weserrenaissance“ auf historischen Instrumenten (1986/87) im Rahmen der Akademie für Alte Musik Bremen (heute HDK Bremen)

Figuren-Schattentheater „Glasperlenspiel“ zusammen mit der Cellistin Regine Brunke       und Jürgen Ochner (1988 – 2000)

Bühnenmusik für das Bremer Marionettentheater „Der Goldene Faden“ (1997 – 2000)

Folkgruppe „Vårvindar friska“ (1990 – 2003)

Kanteleworkshop mit Arja Kastinen, Studien bei Anneli Laitinen-Lau (Hamburg/ Mäntyharju/ Finnland)

Veröffentlichungen schwedischer und baltischer Folk-Musik  gemeinsam mit Regine Brunke im ERES Verlag, Lilienthal/ Bremen

Projekt „Singende Steine“ – Musik, Gedichte und Lichtbilder von der Insel Gotland
(1999 – 2003) in verschiendenen Kirchen Norddeutschlands und als krönender Abschluss beim Lübecker Gotlandfestival 2003

Duo „Kanteletar“ zusammen mit Christine Rasch (2003 – 2010)

Folkgruppe „Blaufeuer“  mit Christine Rasch und der Geigerin Cornelia Franke           (2003 – 2009)

Konzert mit „Blaufeuer“ zum Auftakt des Hansetages 2007 in Lippstadt („Bernhard II im Baltikum des 12. Jh.“)

Projekte „Musikalische Märchen“ mit Vårvindar friska und Blaufeuer und dem Erzähler Michael Nagel

Buchveröffentlichung „Burgen, Kirchen, Götterhaine“(2010)

Gründung des „Haus der Klänge“ in Caputh bei Potsdam(2005) als intimer Ort für Konzerte, musikalische Lesungen, Schattentheater, Familiensingen u.a.m.

Workshop bei Nikolaus Harnoncourt an der UDK Berlin 2007

Begegnung mit der estnischen Dirigentin Anne Liis Treiman und dem Chor „Eesti Projekt“ (Workshop 1996)

 

Probenbesuche bei den Berliner Philharmonikern, der Kammerakademie Potsdam und dem Berliner Rundfunkchor (Simon Rattle, Simon Halsey, Pierre Boulez, Bernhard Haitink, Antonello Manachorda, Erich Höbarth, Nikolaus Harnoncourt, Maries Jansons, Daniil Trifonov  … (seit 2010)

2012 Mitwirkung im „Liebhaberorchester“ der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle und Stanley Dodds

2012 Mitwirkung bei den Musikfestspielen Sans Soussi mit dem klingenden Instrumentenmuseum des HAUS DER KLÄNGE

Seit 2011 Mitwirkung bei der „Kunsttour Caputh“ mit Lesungen, Ausstellungen, Konzerten und dem „interaktiven „Garten der Klänge“

Musikalische (Chor-)Projekte mit den Sängerinnen u. Musikern Alfred Schlegel, Meinolf Lüggers, Christine Rasch, Guido und Susanne Schlegel, Christa Kirschbaum, Ulrike Wild Halevi, Amy Green, Wilfried Staufenbiel, Jens-Peter Müller, der Kantelespielerin und Sängerin Anneli Laitinen-Lau und dem Hamburger Theatermaler Reinhardt Lau, den Geigerinnen Cornelia Franke,  Antje Jansen, Claudia Mende, der Cellistin Regine Brunke sowie Gisela Leppin, Renate Lilge -Stodieck, Helmut Kornemann, Albrecht Winter, Michael Nagel (Sprecherinnen bzw. Sprecher u. Erzähler).

Musikalische Lesungen mit den Autoren und Schauspielern Johannes Merkel, Michael Nagel, Jens Johler, Jan Philipp Sendker, Silvio Huonder, Jörg Schüttauf und Thomas Freundner.

Gruppe „TREE“ gemeinsam mit Catrina Steffen und Antje Jansen (Folk, Alte Musik, Improvisationen und eigene Kompositionen sowie Figurenschattentheater) und dem „Claudius-Ensemble“ (Kammerchor) seit 2010 bis heute

… und schließlich die unzähligen Märchentheater, Musikprojekte, Feste und die damit verbundenen Aufführungen mit meinen vielen wunderbaren Schulkindern von 1986 bis gegenwärtig!

 

 

...Und was wäre ich ohne meine Eltern, meine frühesten Förderer und Anreger … meine singende Mutter, meinen Vater, der sonntags, wenn wir Kinder zu ihm ins warme Bett krochen, mit uns aus der „Mundorgel“ sang, wenn er uns nicht Geschichten von früher erzählte. Meine frühesten Lieblingsinstrumente waren das Harmonium meines Großvaters bei uns im Haus, und die Kirchenorgeln in der Großen Marienkirche und der Brüderkirche im westfälischen Lippstadt. Orgel, Klavier und Posaune wurden während meines Studiums in den 1980er Jahren meine Studienfächer. Harmonium oder gar Zither – wie sie von Adalbert Stifter in dessen Roman „Der Nachsommer“ so faszinierend beschrieben wird – waren keine Studienfächer, und so machte ich auf diesen Instrumenten autodidaktische Schritte. Die Zither hatte ich auf dem Dachboden des Hauses meiner Tante gefunden, und sie bildete den Grundstock meiner Sammlung von Musikinstrumenten …

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In der Tischlerwerkstatt  meines Großvaters versuchten mein Bruder und ich uns erfolgreich im Bau von Streichinstrumenten, die wir mit Hingabe spielten … welche Noten sich auf dem ebenfalls selbstgebauten Notenpult verbergen, weiß ich heute allerdings nicht mehr … (das Foto stammt aus dem Jahre 1961, mit der Geige am Kinn mein älterer Bruder).

Die damalige Organistin der Marienkirche, die steinalt gewordene Hannah Mülker, war damals mein großes Vorbild. Wie die schon auf der Orgelbank saß mit ihrem kantigen Vogelgesicht, in den Pausen die Hände auf die Knie gelegt, wo sie ruhelos hin und her strichen … Andere Vorbilder waren zwei niederländische Tastenvirtuosen: Rick van der Linden und Gustav Leonhardt. Der Erstere brach die Musik der alten Meister brutal-vorwitzig aus ihren Zusammenhängen heraus wie aus einem Steinbruch und komponierte daraus teils aberwitzige, jazzig-rockige Collagen, die sich doch vor den Originalen trotzig verneigten. Leonhardt dagegen, ernst und gesammelt, von aristokratischer Ausstrahlung, war ein faszinierender Klangbrückenbauer von unserer Gegenwart zu den Meisterwerken des Frühbarock und der Epoche Bachs, die er wieder aufleuchten und atmen ließ und damit meine Ohren öffnete;  einer der wirklichen, vorbildlosen Pioniere der Alten Musik nach dem 2. Weltkrieg  …

Das Genre „Klassik-Rock“ hatte es meinen musikalischen Freunden gleichfalls angetan, und wir  – drei vierzehnjährige Gymnasiasten – gründeten, unbemerkt von unseren Lehrern, zu dritt eine  Band, deren Namensgeber der mächtige Berggeist Rübezahl war. Warum  gerade dieser weiß ich allerdings nicht mehr. „Patroclus“ hätte  m i r  persönlich besser gefallen, war doch Johann Patroclus Möller (geboren 1698) ein berühmter Orgelbauer, der auch in meiner Heimatstadt gewirkt hatte …

Schon einige Jahre zuvor hatte ich zuhause ein altes Harmonium entdeckt und wenig später im Turmraum der Marienkirche, in dem wir als Jungbläser unterrichtet wurden, ein Cembalo, dessen silbriger, transparenter Klang es mir angetan hatte. Welch ein Gegensatz zu der eher mulmigen, altjungfernhaften Klangfarbe des ächzenden Harmoniums! So oft sich mir damals Gelegenheit bot, spielte ich in der herrlichen Akustik des gewölbten Turmsaales auf diesem Instrument …

„Rübezahl“ verdanken meine Freunde und ich  s e h r  viel: einen freien, ganz und gar selbstbestimmten Zugang zu unserer eigenen Musik, das Erlebnis gemeinsamer musikalischer Prozesse beim Improvisieren und Komponieren, viele wunderbare und erfolgreiche Auftritte und Gemeinschaftserlebnisse … mein erster Klavierlehrer ahnte allerdings nichts von meinem musikalischen Paralleluniversum. Mein Orgellehrer schon, hatte man ihm doch einige massive Beschwerden zugetragen über grässliche, laute Orgelimprovisationen, die wiederholt einige Anwohner der Kirche um den verdienten sonntäglichen Mittagsschlaf oder die Nachtruhe gebracht hatten. Aber er – Peter L. Voss – hatte eine ganz eigene, stille Größe und schwieg nur vielsagend schmunzelnd, mit leicht hochgezogenen Augenbrauen, ließ mich aber ansonsten gewähren.

Nach Studienjahren in Bielefeld und Herford studierte ich noch „obendrauf“ Cembalo und Aufführungspraxis der Alten Musik (Ensemblespiel, Orchester) vor allem bei Gerhard Kastner und Thomas Albert an der damals neu gegründeten „Akademie für Alte Musik“ in Bremen – ein nicht sehr langes Intermezzo allerdings, denn bald hieß es   eigenes Geld verdienen. Das ging ein wenig wie zu Zeiten Adalbert Stifters, über den ich meine Abschlussarbeit geschrieben hatte: nämlich als Lehrer an einer winzigen Grundschule, als Instrumentallehrer und als Organist und Chorleiter am Rande des Teufelsmoors in der lichtintensiven Worpsweder Landschaft, an Hamme und Oste.

Zugleich begann ich Wurzeln in Skandinavien zu fassen, und flog – den Zugvögeln gleich – so oft es ging in den hohen Norden, zuerst mit Blechbläsern und Chören (Finnland und Gotland  1982 und 1998), später auch ohne wesentliche Konzertanlässe. Absolut unvergessliche Musikerlebnisse hängen für mich an Konzertreisen nach Finnland, Dänemark und verschiedenen Landkirchen und Ruinen auf der Insel Gotland, allen voran die Kirche in Lau mit ihrer einmaligen Akustik. … Immer wieder suchte und suche ich auch die Bucht von Vitsand im Nationalpark Tiveden (Västergötland, Schweden) auf. An einem windstillen Tag erlebt man dort phänomenale Echowanderungen … und wie berührend ist es gewesen, wenn aus kilometerweiter, einsamer Ferne auf meine geblasenen Töne aus einer  Näverlur (eine Art von nordischem Alphorn) eine menschliche Stimme, ein melodischer Ruf antwortete! Musik in einer ihrer Urformen von fragendem Rufen und Antworten; Klang als Brücke zwischen Ich und Du; Nicht nur: ist da wer?, sondern auch Wo bist Du? Um aus der Antwort vielleicht zu erahnen: W e r  und wie bist Du? …

 

 

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Antje fiddelt fröhlich

Jürgen Motog spielt auf der finnischen Konzertkantele                                                         „Wenn Bach die Kantele gekannt …“

 

„Mcfarleys Reel“, irish trad., arr. für Fiddle/Orgel, Antje Jansen – Fiddle, Jürgen Motog – Orgel

 

 

 

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