Die Zeitmembran

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Das Leben und der Tod gleichen zwei verschlossenen Schatullen. Von denen enthält eine jede den Schlüssel zum Schloss der anderen. Und das ist die Zeit. (Chinesisches Sprichwort)

 

“ … Milliarden Seelen, haben sie ein Gewicht? Was richtet es an, wenn s i e  an u n s  denken? Wieso denken wir gleich immer an brennende Kerzen, wenn wir mit den Seelen in Beziehung treten? Auch Blumenopfer sind sinnlos. Setze dich in einen Stuhl und sage leise vor dich hin: Vater, da steht er sofort neben dir.“ (Walter Kempowski in „Alkor“)

 

 

DER ALTE BASS  (bitte anklicken)

Musik: TREE, Lyrik- Catrina Steffen, Musik – Jürgen Motog

(Siehe auch:  http://www.music-of-tree.de)

 

Goethe

 

Der Dekan der Universität Straßburg Stöber im Juni 1772 über einen seiner Studenten:

“ …. dieser hat eine Rolle hier gespielt, die ihn als einen überwitzigen Halbgelehrten und als einen wahnsinnigen Religionsverächter nicht eben nur verdächtig, sondern ziemlich bekannt gemacht. Er muss, wie man fast durchgängig von ihm glaubt, in seinem Obergebäude einen Sparren zuviel oder zuwenig haben. Um davon augenscheinlich überzeugt zu werden, darf man nur seine vorgehabte Inauguraldissertation „De Legislatoribus“ lesen, welche selbst die juristische Fakultät …. unterdrückt hat; weil sie hier nicht hätte können abgedruckt werden anders, als dass die Professoren sich hätten gefallen lassen, mit Urteil und Recht abgesetzt zu werden.“

Dieser „Halbgelehrte und aberwitzige Religionsverächter brauchte wohl  diesen „einen Sparren zuviel oder zuwenig in seinem Oberstübchen“,  um in dieser Zeit nicht nur seine Dissertation zu verfassen, sondern auch den „Götz von Berlichingen“ und zwei Jahre später den „Werther“ zu dichten, um mit diesen Dichtungen zwar kein Jurist, aber  zum europaweit gefeierten, anerkannten Autor zu werden … . Wer kennt heute noch den damals mächtigen Dekan Stöber?

 

Ungefähr zur selben Zeit erkennt Wilhelm Heinse denselben jungen Mann so:

 “ ...ein schöner Junge von fünfundzwanzig Jahren, der vom Wirbel bis zu Zehe Genie und Kraft und Stärke ist; ein Herz voll Gefühl, ein Geist voll Feuer mit Adlersflügeln, der in der unerschöpflichen Fülle des Ausdrucks stürmt.“

 

 

Da führte mich das Schicksal mit … ihm zusammen, und er lehrte mich verstehen, was Wünsche sind, was Warten, was Hoffen ist, wie sie miteinander verflochten sind, und wie man diesen Gespenstern die Maske vom Gesicht reißt. Wir haben sie die Zeitegel genannt, weil sie, wie die Blutegel das Blut, uns die Zeit, den wahren Saft des Lebens, aus dem Herzen saugen.“  (Gustav Meyrink in „Der Kardinal Nappelus))

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EIN TAGEBUCH INNERER ZUSTÄNDE – Zu Goethes Geburtstag, am 28. August

 

 

 

Zu Goethes Todestag am 22. März (Veröffentlicht im März 2018

 

 

 

Begegnungen an der Schwelle  – Der Tod im Lichte der Natur und der Seele (Erstveröffentlichung im November 2015)

 

 

 

 

DER VERWANDELNDE BLICK – Christian Morgenstern zum 100. Todestag (Erstveröffentlichung im März 2014)

 

 

 

 

DER KLANG, DIE ZEIT UND DIE LIEBE (Erstveröffentlichung im Oktober 2013)

 

 

 

 

DER TOD ALS LEBENSWANDLER – Gedanken nicht nur zum Totensonntag (Erstveröffentlichung im November 2014)